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Häufige Fragen

Anpassung der technischen Parameter per 1. Januar 2019

Stellt PUBLICA den Versicherten 2019 zwei Vorsorgeausweise aus?
 

Bei früheren Anpassungen der technischen Parameter stellte PUBLICA den Versicherten jeweils zwei Vorsorgeausweise aus. Damit wollte PUBLICA es den Versicherten ermöglichen, ihre künftigen Leistungen gemäss den alten technischen Parametern mit ihren künftigen Leistungen gemäss den neu geltenden technischen Parametern direkt vergleichen zu können. Dies machte deshalb Sinn, weil die Leistungskürzungen immer mit flankierenden Massnahmen annähernd vollständig aufgefangen werden konnten. Die Leistungen vor und nach den jeweiligen Anpassungen unterschieden sich höchstens geringfügig, wenn überhaupt.
Die Anpassung der technischen Parameter per 1. Januar 2019 hat Leistungseinbussen zur Folge, die nicht vollumfänglich abgefedert werden können. Ausserdem sind die Abfederungsmassnahmen an gewisse Auflagen geknüpft, von welchen 2019 noch nicht bekannt ist, ob und wenn ja, in welchem Umfang sie eine versicherte Person erfüllen wird. Das Ausstellen von zwei Vorsorgeausweisen zum Zeitpunkt 1. Quartal 2019 würde den Versicherten also keinen Mehrwert liefern können. PUBLICA wird den Versicherten deshalb im 1. Quartal 2019 nur einen, den ab 1. Januar 2019 geltenden Vorsorgeausweis, zustellen, diesen jedoch in einem Begleitschreiben ausführlich erläutern.

Was genau wird angepasst?
 

Per 1. Januar 2019 wird der technische Zinssatz gesenkt. Der technische Zinssatz hat Auswirkungen auf andere technische Parameter wie z.B. die Höhe der Umwandlungssätze oder die Einkaufstarife.

Was ist der technische Zinssatz?
 

Beim technischen Zinssatz handelt es sich um einen modellhaften Zins, der den zukünftigen Vermögensertrag abbildet. Es wird davon ausgegangen, dass auf dem Vorsorgekapital der Rentenbeziehenden langfristig ein Ertrag von mindestens dem technischen Zinssatz erzielt werden kann. Der technische Zinssatz wirkt sich unter anderem auf die Einkaufstarife und Umwandlungssätze aus. Er wird auch zur Berechnung der Rentenverpflichtungen in der Bilanz der Pensionskasse verwendet. So entspricht er der Zinsgarantie, welche den Rentenbeziehenden lebenslänglich auf ihrem Vorsorgekapital abgegeben wird.
Der technische Zinssatz hat nichts mit der Verzinsung der Altersguthaben der Versicherten zu tun.

Was ist der Umwandlungssatz?
 

Mit dem Umwandlungssatz wird die Höhe der jährlichen Rente aus einem vorhandenen Altersguthaben berechnet, und zwar durch Multiplikation des Altersguthabens mit dem Umwandlungssatz.
Beispiel: Bei einem Altersguthaben von CHF 690'000 und einem Umwandlungssatz von 5,09% resultiert bei einer Pensionierung im Alter von 65 Jahren eine Rente von CHF 35'121 pro Jahr.

Weshalb passt PUBLICA die technischen Parameter an?
 

Die zentrale Aufgabe von PUBLICA sowie jeder Vorsorgeeinrichtung ist es, die Renten langfristig zu sichern. Obwohl PUBLICA in den letzten zwei Jahren an den Finanzmärkten vergleichsweise gute Renditen realisieren konnte, reichen diese im Mehrjahresdurchschnitt bald nicht mehr für eine Stabilisierung des Deckungsgrades aus. PUBLICA muss also den technischen Zinssatz senken, um auch mit einer tieferen Anlagerendite den Deckungsgrad stabilisieren und so die Wahrscheinlichkeit, Sanierungsmassnahmen ergreifen zu müssen, reduzieren zu können.

Die Performance von PUBLICA war 2017 gut, weshalb werden die Parameter trotzdem angepasst?
 

Will PUBLICA ihre Sorgfaltspflicht vorausschauend wahrnehmen, so ist diese Massnahme leider unumgänglich. Einzelne gute Anlagejahre dürfen nicht zum Massstab genommen werden (zur Erinnerung: 2015 war die Rendite von PUBLICA negativ). Die langfristigen Renditeerwartungen sprechen für eine Senkung des technischen Zinssatzes. Der neue technische Zinssatz von 2% entspricht zudem dem aktuellen Referenzzinssatz der Kammer der Pensionskassen-Experten.

Welche Umwandlungssätze gelten ab 1. Januar 2019?
 
Alter Umwandlungssatz (%)
58 4,26
59 4,37
60 4,47
61 4,58
62 4,7
63 Männer 4,83
63 Frauen 4,90
64 Männer 4,96
64 Frauen 5,09
65 5,09
66 5,24
67 5,4
68 5,58
69 5,76
70 5,96
Ich könnte vor der Anpassung der technischen Parameter in Pension gehen. Wie kann ich entscheiden, ob für mich eine Pensionierung vor oder nach der Anpassung der technischen Parameter vorteilhafter ist?
 

Versicherte, die vor der Anpassung der technischen Parameter in Pension gehen könnten, erhalten im Mai 2018 individuelle Berechnungen ihrer Vorsorgesituation inkl. Begleitmassnahmen, damit eine allfällige fristgerechte Kündigung vor der Anpassung der technischen Parameter möglich wäre.

Gibt es Abfederungsmassnahmen?
 

Die Kassenkommission hat beschlossen, die mit den neuen technischen Grundlagen verbundenen Leistungseinbussen bei der Übergangsgeneration ab Alter 60 angemessen abzufedern: zum einen mit der „nominellen Besitzstandsgarantie“, zum andern, indem die Renteneinbusse teilweise kompensiert wird. Die paritätischen Organe der Vorsorgewerke haben weitere Abfederungsmassnahmen für ihre Versicherten beschlossen. Informationen dazu erhalten sie direkt von dem für ihr Vorsorgewerk zuständigen paritätischen Organ.

Was ist die nominelle Besitzstandsgarantie?
 

Bei einer vollen Pensionierung ab dem 1. Januar 2019 erhalten Versicherte mit Jahrgang 1958 und älter mindestens diejenige Altersrente, welche sie bei einer Pensionierung per 31. Dezember 2018 mit dem bis anhin gültigen Umwandlungssatz erhalten hätten. Bei einer Teilpensionierung oder bei Abzug von Kapital ab dem 1. Januar 2019 entfällt diese Garantie vollständig.

Wie wird die Renteneinbusse teilweise kompensiert?
 

Die Renteneinbusse als Folge des tieferen Umwandlungssatzes wird bei Versicherten mit Jahrgang 1958 und älter auf den Zeitpunkt ihrer Pensionierung mit einer altersabhängigen Aufwertung teilweise abgefedert. Wird nach dem 1. Januar 2019 Kapital abgezogen, so wird diese Aufwertung proportional zum bezogenen Kapital gekürzt.
Die Aufwertung rechnet sich aus einer Multiplikation des individuellen Vorsorgeguthabens per 31.12.2018 und dem Satz in nachstehender Tabelle. Freiwillige Einkäufe, Rückzahlungen von ausbezahlten Beträgen infolge Wohneigentumsförderung oder Scheidung, welche ab dem 01.01.2016 getätigt wurde, werden für die Aufwertung nicht berücksichtigt.

Alter per 31.12.2018 Aufwertung (%)
  Frauen Männer
60 8,06 7,07
61 9,63 8,64
62 10,41 9,63
63 11,00 10,41
64 11,00 11,00
65 11,00 11,00
66 11,07 11,07
67 10,74 10,74
68 10,39 10,39
69 10,24 10,24
70 10,07 10,07
Werden die bestehenden Renten auch angepasst?
 

Vor dem 1. Januar 2019 bereits laufende Renten sind von der Anpassung der technischen Parameter nicht betroffen. Die Höhe dieser Renten bleibt unverändert.

Wann erfahre ich mehr über die Anpassung der technischen Parameter?
 

Auf der Website publica.ch werden die Informationen laufend aktualisiert.
Zudem werden wir in unserem Kundenmagazin «Die Vorsorge», das Ihnen 2-mal pro Jahr zugestellt wird, weitere Erläuterungen abgeben. 

Hat die Anpassung der technischen Parameter auch einen Zusammenhang mit der Veränderung der Lebenserwartung?
 

Ja. Die Lebenserwartung ist in der Schweiz weiter gestiegen. Die neuen technischen Parameter berücksichtigen dies. Per 1. Januar 2019 aktualisiert PUBLICA deshalb nicht nur die Höhe des technischen Zinssatzes, sondern auch die Rechnungsgrundlagen, indem auf den neuen Tarif «BVG 2015» umgestellt wird. Bei diesem Tarif ist die gestiegene Lebenserwartung miteingerechnet. Die neuen Umwandlungssätze basieren auf diesem neuen Tarif (somit berücksichtigt der Umwandlungssatz einerseits die Verzinsung des Rentenkapitals [technischer Zinssatz] und andererseits die erwartete Rentendauer [Lebenserwartung, Anwartschaften]).

Erfolgen die Rentenaufwertung und die nominelle Besitzstandsgarantie auch auf demjenigen Teil des Vorsorgeguthabens, welcher aus freiwilligen Sparbeiträgen geäufnet wurde?
 

Antwort: Ja, das aus freiwilligen bzw. zusätzlichen Sparbeiträgen gebildete und per 31.12.2018 vorhandene Sparguthaben wird in gleicher Weise aufgewertet wie das ordentliche Altersguthaben (auch hier unter der Voraussetzung, dass dieses Guthaben in eine Rente umgewandelt wird). Ebenso wird dieses Guthaben für die Berechnung der nominellen Besitzstandsgarantie der Altersrente angerechnet.

Ich bin 60-jährig und seit dem 1. Februar 2018 bei PUBLICA versichert. Auf welche Abfederungsmassnahmen habe ich Anspruch?
 

Sie haben Anspruch auf die nominelle Besitzstandsgarantie. (s. FAQ «Was ist die nominelle Besitzstandsgarantie?»)
Sie haben aber keinen Anspruch auf eine Rentenaufwertung. Diese erhalten Versicherte nur dann, wenn sie per 1. Januar 2019 seit einem vollen Kalenderjahr oder länger im gleichen Vorsorgewerk bei PUBLICA versichert sind.

Ich habe per 31.12.2018 das 60. Altersjahr noch nicht erreicht, bin seit 01.01.2018 ununterbrochen im selben Vorsorgewerk versichert und erhalte eine «Einlage mit Restriktionen». Das heisst, ich erwerbe monatlich 1/36 und habe die Einlage erst nach drei Jahren vollständig erworben. Wie weiss ich, ob meine Einlage obgenannten Restriktionen unterliegt?
 

Wenn Sie im Vorsorgewerk Bund, EHB, FINMA, IGE oder SNM versichert sind, unterliegt ihre Einlage dieser Restriktion. Dieser Beschluss wurde durch das zuständige paritätische Organ gefasst.

Ich habe per 31.12.2018 das 60. Altersjahr noch nicht erreicht, bin seit 01.01.2018 ununterbrochen im selben Vorsorgewerk versichert und erhalte eine «Einlage mit Restriktionen». Das heisst, ich erwerbe monatlich 1/36 und habe die Einlage erst nach drei Jahren vollständig erworben. Was geschieht, wenn ich vor Ablauf der drei Jahre in Pension gehe, bzw. wenn vor Ablauf der drei Jahre Kapital abfliesst (bspw. für Wohneigentumsförderung, Scheidung, etc.)?
 

Bei Rentenbezug fliesst die gesamte Einlage in die Rentenberechnung mit ein, unabhängig davon, wie viele Monate der drei Jahre verstrichen sind.
Bei Kapitalbezug bzw. bei Kapitalabfluss (bspw. aufgrund von Wohneigentumsförderung, Scheidung etc.) wird der zu diesem Zeitpunkt noch nicht erworbene Teil der Einlage entsprechend dem Verhältnis zum Kapitalbezug/-abfluss gekürzt.

Annahme: eine 59-jährige Versicherte hat am 01.01.2019 ein Altersguthaben von CHF 200'000 und erhält eine Einlage von 15'000 «mit Restriktionen», somit:

AGH2 entspricht der Freizügigkeits-/Austrittsleistung
Pensionierungssatz: zu wie viel Prozent geht eine Person in Rente
Renten- bzw. Kapitalisierungssatz: zu wie viel Prozent wird eine Rente bzw. Kapital bezogen

Allgemeine Berechnungsmethode
Rentenberechnung: AGH1 x Pensionierungssatz x Rentensatz x Umwandlungssatz
Kapitalberechnung: AGH2 x Pensionierungssatz x Kapitalisierungssatz

Beispiel 1: 100% Pensionierung im Alter 60 mit 100% Rente (= 0% Kapital)
Rente:    244'300  x  100%   x   100.0%    x  4.47%  =       10'920
Kapital:  234'300  x  100%   x       0.0%                    =           -

Beispiel 2: 100% Pensionierung im Alter 60 mit CHF 100'000 Kapital (42.7% = 100'000 / 234'300)
Rente:    244'300  x  100%   x     57.3%    x  4.47%  =        6'259
Kapital:  234'300  x  100%   x     42.7%                    =    100'000

Beispiel 3: 100% Pensionierung im Alter 60 mit 80% Rente (= 20% Kapital)
Rente:    244'300  x  100%   x     80.0%    x  4.47%  =         8'736
Kapital:  234'300  x  100%   x     20.0%                    =       46'860

Beispiel 4: 50% Teilalterspensionierung im Alter 60 mit 75% Rente (= 25% Kapital)
Rente:    244'300  x    50%   x     75.0%    x  4.47%  =         4'095
Kapital:  234'300  x    50%   x     25.0%                    =       29'288

Wichtiger Hinweis!

Die Simulationen berücksichtigen die seit 1. Januar 2019 geltenden Spar-, Einkaufs- und Umwandlungssätze. Die Renten werden grundsätzlich zu tief ausgewiesen, weil allfällige individuelle Massnahmen nicht berücksichtigt sind: Nominelle Besitzstandsgarantie, Rentenaufwertung ab Alter 60, Einlage ins Vorsorgeguthaben – nicht erworbener Anteil aufgrund Restriktion 1/36 pro Monat. Die exakten Werte erhalten Sie von Ihrem Kundenbetreuer/Ihrer Kundenbetreuerin. Die entsprechenden Koordinaten finden Sie auf Ihrem Vorsorgeausweis.