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Die BAFU-Klimastudie in Kürze, und wie PUBLICA darauf reagiert

Die Studie

Im Kontext des Klimaübereinkommens von Paris haben das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) Schweizer Pensionskassen und Versicherungen dazu eingeladen, die Klimaverträglichkeit ihrer Portfolien messen zu lassen. Die Studie war für Schweizer Pensionskassen und Versicherungen freiwillig, anonym und kostenlos. 79 Pensionskassen und Versicherungen sind dieser Einladung gefolgt. Die Tests wurden vom unabhängigen Think Tank «2°Investing Initiative» durchgeführt.

Die Klimaverträglichkeitstests basieren auf 2°C-Szenarien. Dabei werden die Produktionspläne der in den Portfolien enthaltenen Firmen mit einer Entwicklung verglichen, die gemäss der internationalen Energieagentur IEA nötig ist, um das 2°C-Ziel zu erreichen. Dieses Modell wurde von einem internationalen Konsortium unter Beteiligung von zehn Forschungsorganisationen unter der Federführung der «2° Investing Initiative» als Teil des Projekts «Sustainable Energy Investment (SEI) metrics» entwickelt.

Die Analyse der «2° Investing Initiative» konzentrierte sich auf die Sektoren, welche rund 70% bis 90% der von den Kapitalmärkten abgedeckten indirekten Treibhausgas-Emissionen verursachen. Dabei wurden nur börsenkotierte Aktien und Unternehmensanleihen berücksichtigt. Anlagen in Immobilien und Infrastrukturen wurden in der Analyse nicht berücksichtigt. Die drei relevanten Sektoren Energie, Basisgüter und Versorger haben ein Gewicht von knapp 7% am Gesamtvermögen von PUBLICA. Das Gewicht der Automobilhersteller beträgt rund 0,8% des Vermögens.

Analyse der «2° Investing Initiative»    
  Energie
   
  Basisgüter
   
  Versorger
   
  Übrige Sektoren
   
  Übrige Anlageklassen
   

Die Ergebnisse der Studie

Sektor Versorger: Unter Berücksichtigung der nicht kotierten Infrastruktur-Investitionen in erneuerbare Energien schneidet das PUBLICA-Portfolio besser ab als die 2-Grad-Benchmark. Bei den kotierten Anlagen hält PUBLICA einen höheren Anteil an Kohleproduzenten im Vergleich zum 2-Grad-Benchmark, aber einen kleineren Anteil im Vergleich zum Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen. Da der Versorger-Sektor am stärksten von Übergangsrisiken betroffen ist, wird dieser im Rahmen der ESG-Risikoanalyse im Jahr 2018 im Detail analysiert.

Sektor Energie: In der «2° Investing Initiative» ist der Energiesektor eine Kombination von Unternehmen aus den Energie- und Basisgüterindustrien. Bei den Energieunternehmen schneidet das PUBLICA-Portfolio im Vergleich zum 2-Grad-Benchmark insgesamt leicht besser ab. Obwohl PUBLICA die Kohleproduzenten aus dem Portfolio ausgeschlossen hat, hat das Portfolio im Vergleich zum 2-Grad-Benchmark einen leicht höheren Anteil an Kohleproduzenten. Der Grund dafür sind die Investitionen in grossen Minengesellschaften, welche unter anderem auch Kohle fördern. Da diese Firmen jedoch einen breit diversifizierten Mix an Rohstoffen fördern und die meisten dieser Unternehmen auch eine Strategie zum Umgang mit Klimarisiken definiert haben, können sie ihr Geschäftsmodell an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Das Asset Management von PUBLICA wird die Entwicklung in diesem Sektor jedoch weiterverfolgen.

Sektor Transport, insbesondere Automobilproduzenten: Im Vergleich mit dem Durchschnitt der Schweizer Pensionskassen schneidet das PUBLICA-Portfolio besser ab. Im Vergleich mit dem 2-Grad-Benchmark ist das Portfolio hingegen deutlich untergewichtet in Herstellern von Elektro- und Hybridmotoren. Der Grund dafür sind fehlende Alternativen bei den kotierten Anlagen. Gegenwärtig ist das amerikanische Unternehmen Tesla der einzige Hersteller von Automobilen, der ausschliesslich Automobile ohne Verbrennungsmotoren auf seiner Modellpalette führt. Die meisten traditionellen Automobilhersteller haben jedoch auf verschärfte Verbrauchsvorschriften in der EU und in den USA reagiert und ihre Modellpallette um Hybrid- und Elektrofahrzeuge ergänzt. PUBLICA geht davon aus, dass sich dieser Trend beschleunigen wird, so dass der Anteil an Verbrennungsmotoren in den nächsten Jahren deutlich abnehmen wird. Treiber dieser Entwicklung sind eine Kombination aus regulatorischen Anreizen für Elektrofahrzeuge, dem Ausbau des Versorgungsnetzes und technischen Fortschritten bei der Leistungsfähigkeit der Akkus. Das Asset Management von PUBLICA wird die Entwicklung in dieser Branche beobachten und bei Bedarf Massnahmen prüfen.

Die Reaktion von PUBLICA

PUBLICA hat beschlossen, folgende Massnahmen umzusetzen:

  • Durchführung einer vertieften Analyse der klimabezogenen Übergangsrisiken in Bezug auf die Energieproduktion aus fossilen Energien, insbesondere Kohle.
  • In Anlehnung an die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) sowie die Botschaft des Bundesrates zur Totalrevision des CO2-Gesetzes soll das PUBLICA-Portfolio in regelmässigen Abständen auf seine Klimaverträglichkeit hin geprüft werden. Damit soll eine Standardisierung der Berichterstattung gefördert werden, welche Finanzinstitute bei der Ausarbeitung, Definition und Umsetzung von Zielgrössen mit Blick auf das 2-Grad-Klimaziel und bei der Bewältigung der Risiken im Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Wirtschaft unterstützen soll.
  • In Anlehnung an die Empfehlungen der «2° Investing Initiative» und der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) soll der Dialog mit Unternehmen hinsichtlich den klimabezogenen Chancen und Risiken gefördert werden. Als langfristiger Investor hat PUBLICA ein grosses Interesse, dass die Unternehmen Strategien und Massnahmen zur Bewältigung der Übergangsrisiken und der physischen Risiken erarbeiten und umsetzen.
  • Das Asset Management von PUBLICA nimmt die klimabezogenen Risiken für das Portfolio ernst und ist bestrebt, die Überlegungen und Analysen den Stakeholdern von PUBLICA zu kommunizieren.